Hier finden Sie eine Übersicht über zentrale Befunde des jüngsten Weizenbaum Reports 2026. Ausführlichere Darstellungen und Analysen finden Sie in den bisher veröffentlichten Publikationen. Zudem können Sie die erhobenen Daten mit unserem Data Explorer interaktiv erkunden und visualisieren.
Soziale Medien prägen zunehmend die Nachrichtennutzung
- Das Internet ist eine etablierte Quelle für Nachrichten und politische Inhalte. Insbesondere die Bedeutung sozialer Netzwerke wie Instagram oder Facebook sowie von Videoplattformen wie YouTube oder TikTok nimmt weiterhin zu.
- Die Vielfalt der regelmäßig genutzten Medien nimmt seit 2021 leicht ab. Zurückzuführen ist das auf den Bedeutungsverlust gedruckter Zeitungen und Zeitschriften und auch auf eine zunehmende Nachrichtenvermeidung.
Positive Tendenz bei Bewertung von KI, Medienvertrauen stabil
- Der Anteil der Menschen, die Künstliche Intelligenz positiv bewerten, nimmt weiter zu: von 27 Prozent in 2023 auf 37 Prozent in 2025. Besonders stark ist diese Tendenz bei Bevölkerungsgruppen, die KI früher skeptischer gegenüberstanden.
- Das Vertrauen in etablierte Medien liegt nach einem Rückgang zwischen 2020 und 2023 robust bei 49 Prozent. Das zeigt der Vergleich mit früheren Erhebungen der Langzeitstudie Medienvertrauen.
Klare Erwartungen an Handeln von Bürger:innen im Internet
- Im Laufe der Covid-19-Pandemie haben die hohen Erwartungen der Deutschen, wie sich gute Bürger:innen in einer Demokratie einbringen sollen, nachgelassen. Seither liegen sie auf einem stabilen, allerdings niedrigeren Niveau.
- Neben traditionellen Bürgernormen haben sich „diskursive Normen“ für das Internet etabliert. Dazu gehören die Diskurspflege, die sorgfältige Auswahl von Informationen und auch, sich selbst politisch zu äußern.
Bürgerschaftliches Engagement nimmt zu – Digital Divides bleiben bestehen
- Die Bürger:innen in Deutschland engagieren sich mehr als zuvor für ein demokratisches Miteinander: Das Spenden von Geld, ehrenamtliches Engagement, politischer Konsum und auch politische Mobilisierung anderer nehmen zu.
- Vernetzte Partizipationsformen sind bei höher Gebildeten und Jüngeren beliebter als bei anderen Bürger:innen. Frauen sind bei öffentlich sichtbaren Partizipationsformen wie dem Kommentieren politischer Inhalte zurückhaltender.
Mehr Bürger:innen sehen sich mit Falschnachrichten konfrontiert
- Immer mehr Menschen stoßen im Internet auf Falschinformationen, es gehen aber auch mehr dagegen vor. Dies spricht für eine zunehmende Sensibilität der Bevölkerung für das Thema in Zeiten generativer KI und Deepfakes.
- Hass und Falschinformationen im Netz sind vor allem für Jüngere Alltag: Knapp 90 Prozent der unter 30-Jährigen berichteten 2025 davon. Die Generationen reagieren unterschiedlich darauf: Jüngere setzen eher auf Meldung bei den Plattformen, Ältere auf Intervention.
Hohe Wahrnehmung von Gewalt gegen Politiker:innen und Sorge um Demokratie
- Die Mehrheit der Deutschen schätzt die Demokratie im Land angesichts der Gewalt gegen Politiker:innen als bedroht ein.
- Menschen, die 2025 Gewalt gegen Politiker:innen als verbreitet wahrgenommen haben, haben eher demonstriert, Kontakt zu Politiker:innen aufgenommen und Petitionen unterschrieben.