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Survey Monitor: Jugend, Information, Medien – JIMplus 2026

Die JIMplus-Studie 2026 untersucht das digitale Wohlbefinden von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren in Deutschland. Sie wurde im Juli 2026 durch den Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) veröffentlicht und basiert auf einem Mixed-Methods-Design: Zuerst dokumentierten 33 Jugendliche ihren digitalen Alltag über ein WhatsApp-basiertes Online-Tagebuch; dann führten die Forschenden 20 Einzelinterviews, die schließlich als Grundlage für eine standardisierte Befragung von 800 Jugendlichen dienten. Für die Befragung wurden Jugendliche aus einem Online-Access-Panel rekrutiert und nach Geschlecht, Alter und Bundesland quotiert. Andere relevante Merkmale wie Schulform bzw. Bildungsweg wurden bei der Quotierung allerdings nicht berücksichtigt. Zudem unterscheidet die Studie nur zwischen den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ . Im Folgenden werden einige Erkenntnisse dieser Studie kurz vorgestellt.

Beliebteste Online-Freizeitaktivitäten

Online-Aktivitäten, denen Jugendliche in ihrer Freizeit häufig nachgehen, unterscheiden sich zum Teil stark nach Geschlecht. So ist Gaming bei 79 Prozent der männlichen Jugendlichen die beliebteste Online-Aktivität, während es bei den weiblichen Befragten lediglich 34 Prozent sind. Ähnlich sieht es auch beim Schauen von Online-Videos oder Livestreams auf Videoplattformen wie YouTube oder Twitch aus (♂: 71 %; ♀: 54 %). Online-Shopping wird hingegen überwiegend von weiblichen Teenagern (♀: 48 %; ♂: 30 %) betrieben. Zu den beliebten Aktivitäten unter Jugendlichen zählen die Social-Media-Nutzung (♀: 81 %; ♂: 70 %) – wobei lediglich 15 Prozent der weiblichen und 12 Prozent der männlichen Befragten selbst regelmäßig Social-Media-Content produzieren und teilen –, das Hören von Musik oder Podcasts (♀: 82 %; ♂: 69 %) sowie das Schauen von Filmen, Serien oder Shows (♀: 75 %; ♂: 64 %). Bei all diesen Aktivitäten ist der Anteil der weiblichen Jugendlichen höher. Zudem lernen viele Jugendliche in ihrer Freizeit online für die Schule, beispielsweise mittels Erklärvideos oder Vokabeltrainern (♀: 75 %; ♂: 61 %). KI oder Chatbots werden von gut der Hälfte der Befragten regelmäßig in der Freizeit genutzt (♀: 52 %, ♂: 51 %). Bemerkenswert ist, dass die Nutzung sozialer Medien nur für 19 Prozent der Jugendlichen zu den Top 3 ihrer Wohlfühl-Freizeitaktivitäten (online + offline) zählt.

Interesse an Politik und Nachrichten im Feed

Mithilfe der Frage, „Welche der folgenden Themen tauchen regelmäßig in deinem Feed auf und sind für dich interessant?“ wurde darüber hinaus eine große Bandbreite an möglichen Themeninteressen von Jugendlichen im Netz abgefragt. Besonders interessant sind dabei die Themenbereiche „Nachrichten“ sowie „Gesellschaft und Politik“. Zwischen den Geschlechtern fallen die Interessen hier ähnlich aus, wobei männliche Befragte (33 %) etwas häufiger an Nachrichten im eignen Feed interessiert sind als weibliche (27 %). An gesellschaftlichen und politischen Themen ist knapp ein Viertel der Jugendlichen interessiert (♂: 24 %; ♀: 23 %). Es zeigen sich allerdings klare Altersunterschiede: So haben unter den 14- bis 15-Jährigen lediglich 14 Prozent der Befragten Interesse an Gesellschaft und Politik im eigenen Feed, während es unter den 16- bis 17-Jährigen 33 Prozent sind. An Nachrichten in den sozialen Medien sind unter den Jüngeren 24 Prozent und unter den Älteren 37 Prozent interessiert.

Wohlfühlplattformen und ambivalente Gefühle gegenüber TikTok

Die wichtigsten Social-Media-Plattformen für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sind TikTok, YouTube und Instagram. Jeweils ein Viertel der Befragten nutzt diese Plattformen zwischen ein und drei Stunden pro Tag; 6 (Instagram) bzw. 13 Prozent (TikTok) tun dies sogar länger als drei Stunden täglich. Bemerkenswert ist dabei, dass TikTok unter den Plattformen, die Befragte als wohltuend empfinden (auf einer Wohlfühlskala die Schulnote 1 oder 2 vergeben), mit 33 Prozent den letzten Platz belegt, obwohl es von Jugendlichen am zweithäufigsten vermisst werden würde (unter weiblichen Teenagern sogar am häufigsten). Vergleichsweise schlechte Wohlfühlwerte erhielt auch Instagram (39 Prozent vergaben die Schulnoten 1 oder 2), obwohl die Plattform ebenso für einen großen Teil der weiblichen Jugendlichen unverzichtbar ist (35 %). Die Wohlfühlplattform schlechthin ist Pinterest (75 Prozent vergaben Note 1 oder 2), Twitch erhielt von 62 Prozent der Nutzer:innen die Note 1 oder 2, Discord von 58 und YouTube von 56 Prozent, wobei YouTube besonders unter männlichen Jugendlichen (♂: 46 %; ♀: 29 %) als unverzichtbar gilt.

Social-Media-Nutzung als „Achterbahnfahrt

Aus den qualitativen Interviews leiteten die Forschenden insgesamt drei Spannungsfelder ab, in denen sich Jugendliche während ihrer Social-Media-Nutzung durch die Gleichzeitigkeit positiver und belastender Erlebnisse wiederfinden. Dazu zählen: (1) Leichtigkeit vs. Überlastung, (2) Horizonterweiterung vs. Vergleichsdruck und (3) Verbundenheit vs. FOMO/Einsamkeit. Mithilfe des Surveys konnten diese Ambivalenzen genauer quantifiziert werden.

(1) Leichtigkeit vs. Überlastung

Zwar stimmten 68 Prozent der Befragten der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, dass die sozialen Medien sie von Problemen oder Stress ablenken würden, allerdings waren auch 55 Prozent der Meinung, Social Media nehme ihnen Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten. Ebensoviele Jugendliche glauben darüber hinaus, ihre Zeit auf Social Media zu verschwenden. Weiterhin stimmten 72 Prozent der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, dass soziale Medien sie von Dingen abhalten würden, die sie eigentlich tun sollten. 64 Prozent fällt es schwer, das Smartphone wieder wegzulegen, sobald sie es einmal in der Hand haben und 61 Prozent sind durch zunehmende KI-Inhalte verunsichert, was auf Social Media überhaupt noch real ist. Fast die Hälfte der Jugendlichen (47 %) beneidet Generationen, die ohne Social Media aufgewachsen sind.

(2) Horizonterweiterung vs. Vergleichsdruck

82 Prozent der Befragten stimmten der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, dass sie über die sozialen Medien Zugang zu Themen und Wissen haben, den sie sonst nicht hätten. Allerdings gaben 80 Prozent an, dass vieles auf Social Media unecht oder gestellt wirke. Vergleichsdruck in den sozialen Medien wird vor allem von weiblichen Teenagern verspürt. So stimmten 71 Prozent der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, dass man sich bei der Nutzung sozialer Medien automatisch mit anderen vergleiche, bei den Jungen waren es 60 Prozent. 57 Prozent der Mädchen und 45 Prozent der Jungen haben zudem durch Social Media den Eindruck, dass andere ein besseres Leben als sie selbst führen, während 41 Prozent der weiblichen und 30 Prozent der männlichen Befragten durch Social Media daran zweifeln, ob sie gut sind in dem, was sie tun. Insgesamt stimmen 31 Prozent der Jugendlichen der Aussage zumindest „weitgehend“ zu, dass Social Media sie unter Druck setze.

(3) Verbundenheit vs. FOMO/Einsamkeit

Während 63 Prozent der Jugendlichen „weitgehend“ oder „voll und ganz“ der Meinung sind, dass es über Social Media leichter ist, Gleichgesinnte zu finden, die ihre Interessen teilen, 59 Prozent zustimmen, dass es ihnen über die sozialen Medien leichter fällt, mit anderen in Kontakt zu sein, 51 Prozent sich auf Social Media verstanden fühlen und 28 Prozent über Social Media Dinge loswerden können, die sie sonst niemandem erzählen, stimmen auch 47 Prozent der Aussage zu, dass sie ohne die sozialen Medien das Gefühl hätten, nicht dazu zu gehören. 43 Prozent der Befragten haben Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht online sind und bei 54 Prozent der Jugendlichen ist das Smartphone auch bei Treffen mit Freund:innen nicht wegzudenken.

Negative Auswirken der Social-Media-Nutzung

Ein Großteil der Jugendlichen verspürt negative physische sowie psychische Auswirkungen durch die Nutzung von Social Media. Konzentrationsprobleme wurden dabei am häufigsten genannt (40 %). Zudem haben 37 Prozent ein schlechtes Gewissen nach längerer Nutzung, Mädchen (47 %) deutlich häufiger als Jungen (28 %). Gereizte Augen nach längerer Social-Media-Nutzung kennen rund ein Drittel, 30 Prozent haben ihren Konsum bereits reduziert, weil er ihnen nicht gut tut, 22 Prozent fällt es nach der Nutzung schwer abzuschalten oder zur Ruhe zu kommen und ein Fünftel fühlt sich danach oft leer oder motivationslos. Lediglich 15 Prozent der Befragten gaben an, keine der dreizehn abgefragten negativen Auswirkungen der Social-Media-Nutzung von sich selbst zu kennen.

Kontakt mit problematischen Inhalten auf Social Media

Besorgniserregend ist darüber hinaus die Häufigkeit, mit der Jugendliche angaben, bereits in den sozialen Medien mit problematischen Inhalten in Kontakt gekommen zu sein. In Bezug auf Fake News waren dies 71 Prozent, 43 Prozent sahen bereits extreme religiöse oder politische Inhalte und 40 Prozent kamen mit Hate Speech in Berührung. Größere Geschlechterunterschiede zeigen sich beim Kontakt mit sexistischen Inhalten (♀: 40 %; ♂: 30 %), Verharmlosung von Essstörungen (♀: 36 %; ♂: 14 %) sowie ungewollten Nachtbildern und „Dickpicks“ (♀: 19 %; ♂: 11 %). Letztere werden dabei von 52 Prozent der Jugendlichen, die online bereits mit ihnen in Kontakt kamen, für sich selbst als „sehr belastend“ eingestuft, ein Fünftel bewertet sie als „etwas belastend“. Mobbing empfinden 76 Prozent der Jugendlichen, die damit bereits in Kontakt kamen, als mindestens „etwas belastend“, 74 Prozent halten drastische Gewaltinhalte sowie Verharmlosung und Aufruf zu selbstverletzendem Verhalten für mindestens „etwas belastend“. Insgesamt werden abgesehen von gefährlichen Challenges (47 %) Deepfakes und Fake News (jeweils 49 %) alle aufgelisteten Inhalte von mindestens 60 Prozent der Jugendlichen, die mit diesen bereits in Berührung kamen, als „etwas“ oder „sehr belastend“ eingestuft.

Plattformen und problematische Inhalte

Es zeigt sich, dass Plattformen unterschiedlich stark mit problematischen Inhalten assoziiert werden. So wird TikTok mit 10 der 13 erfragten problematischen Inhaltstypen in Verbindung gebracht, wobei gefährliche Challenges und Verharmlosung bzw. Aufruf zu selbstverletzendem Verhalten von jeweils mehr als 60 Prozent der Befragten mit TikTok assoziiert werden. Lediglich ungewollte Nacktbilder oder „Dickpicks“, die Kontaktaufnahme durch fremde Erwachsene und Hate Speech werden (etwas) häufiger mit anderen Plattformen in Verbindung gebracht. So ist gut die Hälfte der betroffenen Jugendlichen der Meinung, dass man auf Snapchat mit ungewollten Nacktbildern rechnen könne, rund 35 Prozent teilen diese Meinung für Instagram und nur ca. 18 Prozent für TikTok. Eine Kontaktaufnahme durch fremde Erwachsene assoziieren betroffene Jugendliche ebenfalls etwas häufiger mit Instagram und Snapchat als mit TikTok. In Bezug auf Hate Speech liegt TikTok nur knapp hinter Instagram. YouTube liegt in allen Antwortkategorien auf dem dritten oder vierten Platz und wird von betroffenen Jugendlichen demnach weniger stark mit problematischen Inhalten in Verbindung gebracht als die anderen Plattformen.

Online Civic Intervention: Umgang mit problematischen Inhalten

Die befragten Jugendlichen zeigen ein eher vermeidendes Verhalten bei der Konfrontation mit problematischen Inhalten. So gaben 58 Prozent an, einfach weiterzuscrollen, wenn ihnen problematische Inhalte begegnen, während 45 Prozent der Jugendlichen sagten, dass sie sich später gar nicht mehr daran erinnern, was sie beim Scrollen alles gesehen haben. 40 Prozent 16- bis 17-Jährigen und 31 Prozent der 14- bis 15-Jährigen haben sich bereits daran gewöhnt, viele problematische Inhalte auf Social Media zu sehen. Die Älteren (38 %) sind darüber hinaus eher der Meinung als die Jüngeren (25 %), bereits Dinge in den sozialen Medien gesehen zu haben, für die sie zu jung waren. Nur etwa ein Viertel der Teenager melden problematische Inhalte, denen sie begegnen, der Plattform, die 16- bis 17-Jährigen dabei deutlich häufiger (31 %) als die 14- bis 15-Jährigen (21 %).

Persönliches Wohlbefinden und Social-Media-Nutzung

Allgemein ist das Wohlbefinden unter männlichen im Vergleich zu weiblichen Teenagern etwas höher: So stimmten 91 Prozent der Jungen der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, dass es ihnen die meiste Zeit insgesamt gut gehe, während es unter den Mädchen 82 Prozent waren. Im eigenen Körper unwohl fühlen sich 34 Prozent der weiblichen und 20 Prozent der männlichen Teenager. Unter denjenigen, die TikTok mehr als eine Stunde pro Tag nutzen, stimmten sogar 49 Prozent der Mädchen der Aussage mindestens „weitgehend“ zu, während es bei den Jungen 28 Prozent waren. Unter den Mädchen, die täglich mehr als eine Stunde Zeit auf Instagram, YouTube und Snapchat verbringen, fühlen sich jeweils 46, 43 und 39 Prozent in ihrem Körper unwohl.

Social-Media-Verbot?!

Auch das in Politik und Medien viel diskutierte und in einigen Ländern bereits umgesetzte Social-Media-Verbot für Jugendliche unterhalb einer bestimmten Altersgrenze wurde in der JIMplus-Befragung thematisiert. Nur 9 Prozent der befragten Jugendlichen gaben dabei an, sich ausreichend in die Debatte um ein mögliches Social-Media-Verbot eingebunden zu fühlen. 43 Prozent sprachen sich für ein Verbot ab einem bestimmten Alter aus, 52 Prozent gehen davon aus, dass es leicht zu umgehen wäre und demnach „nichts bringe“. 45 Prozent sehen Plattformen und 42 Prozent Creator:innen gegenüber jungen Nutzer:innen in der Verantwortung. 23 Prozent stimmen der Aussage zu, dass eine Welt ohne Social Media besser wäre.

Spannend ist darüber hinaus, dass viele Jugendliche einen späteren Einstieg für Social-Media-Plattformen empfehlen als sie ihn selbst hatten. Demnach empfehlen 65 Prozent für TikTok ein späteres Einstiegsalter (⌀-Empfehlung: 14,5 Jahre), 60 Prozent für YouTube (⌀: 12,5 Jahre), 56 Prozent für Instagram (⌀: 14,5 Jahre) und 54 Prozent für Snapchat (⌀: 14 Jahre).

Die Studie finden Sie hier:

Feierabend, S., Gerigk, Y., Glöckler, S., Kheredmand, H., & Rathgeb, T. (2026). JIMplus 2026: Digitales Wohlbefinden von Jugendlichen in Deutschland. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs). https://mpfs.de/studie/jimplus-2026

Literature Digest 2/2026

Die aktuelle Ausgabe des Literature Digest des Weizenbaum Panels gibt eine Übersicht über die wichtigste wissenschaftliche Literatur in den Bereichen guter Bürgerschaft und politischer Partizipation aus dem 2. Quartal 2026. Aus den Publikationen der Monate April bis Juni 2026 geht hervor, dass Medienvertrauen als ambivalentes Konzept von verschiedenen Kontextfaktoren geprägt wird. Politische Partizipation in den sozialen Medien speist sich vor allem aus dem Gefühl politischer Selbstwirksamkeit, wobei Gender intersektional auf Formen politischer Beteiligung wirkt. Im Anschluss werden einige der zentralen Ergebnisse der Studien vorgestellt.

Der vollständige Literature Digest 2/2026 (April–Juni) ist online verfügbar unter:
https://www.weizenbaum-library.de/handle/id/419

Medienvertrauen

Die Stabilität des Vertrauens in öffentlich-rechtliche Medien in Krisenzeiten beruht laut Slavík et al. (2026) auf langfristiger Erfahrung und der Wahrnehmung öffentlichen Nutzens. Der Effekt von Medienrepertoires auf Vertrauen scheint hingegen limitiert, so zeigen sich unter jungen Erwachsenen vergleichsweise hohe Vertrauenswerte gegenüber Medien und Politik, während News Minimalism in dieser Generation stärker verbreitet ist als in älteren Kohorten (Kruikemeier & Vliegenthart, 2026). Um widersprüchliche Befunde über den Zusammenhang von Vertrauen in Medien und deren Nutzung erklären zu können, schlagen Otto et al. (2026) vor, zwei Arten von Medienmisstrauen zu unterscheiden: Skepsis und Zynismus. Während Skepsis mit höherer Nachrichtenexposition verknüpft ist, korreliert Zynismus mit geringerer Exposition.

Politische Partizipation in den sozialen Medien

Einfluss von Geschlecht auf Formen politischer Partizipation

Politische Teilhabe wird fundamental durch soziodemografische Determinanten wie Geschlecht und insbesondere durch intersektionale Strukturen geprägt. So argumentieren Ahmed et al. (2026), dass Social-Media-Plattformen bestehende Offline-Hierarchien in Bezug auf Geschlecht und Religionszugehörigkeit reproduzieren. Hingegen führt männliche Abwesenheit im Haushalt bei Frauen in Indien nach Kumar (2026) zu einer verstärkten politischen Beteiligung und zwar selbst dann, wenn sie keine finanzielle Autonomie besitzen.

Survey Monitor: Reuters Institute Digital News Report 2026 – Ergebnisse für Deutschland

Das Reuters Institute for the Study of Journalism in Oxford untersucht seit 2013 in jährlich durchgeführten Befragungen die Nachrichtennutzung der internetnutzenden Bevölkerung ab 18 Jahren in derzeit 48 Ländern. Pro Land wird dabei eine repräsentative Stichprobe von etwa 2.000 Personen befragt und die Ergebnisse im Digital News Report mit länderspezifischen Auswertungen vorgestellt. Der diesjährige Report erschien im Juni 2026, basierend auf einer Datenerhebung im Januar und Februar 2026. Im Folgenden werden die Ergebnisse der deutschen Teilstudie vorgestellt, wie sie vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg herausgegeben wurden.

Internet als wichtigste Nachrichtenquelle der Deutschen

Der Anteil an Internetnutzenden, die mit Nachrichten in Kontakt kommen, ist in Deutschland recht hoch: 90 Prozent der befragten Onliner sehen, lesen oder hören mehrmals pro Woche Nachrichten. Dabei gibt es leichte Schwankungen je nach Altersgruppe: Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es etwa 81 Prozent, bei den über 55-Jährigen 93 Prozent.

Am häufigsten wird auf das Internet als Nachrichtenquelle zurückgegriffen: 67 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche Nachrichten im Netz zu konsumieren, 59 Prozent beziehen Nachrichten über das Fernsehen. Nachrichten im Radio hören wöchentlich 34 Prozent der deutschen Internet-User, während nur 17 Prozent wöchentlich Zeitungen und Zeitschriften lesen. Seit 2013 ist damit ein Rückgang der Nachrichtennutzung über das lineare Programmfernsehen, das Radio und Print zu verzeichnen. Lediglich in der Gruppe der über 55-Jährigen werden Nachrichten noch immer von mehr Personen über das TV bezogen (77 %) als über das Internet (55 %).

Das Internet wurde zudem von den meisten Befragten, die mit mindestens einer Nachrichtenquelle wöchentlich in Kontakt kamen, als wichtigste Nachrichtenquelle genannt (44 %), dicht gefolgt vom Fernsehen (41 %). Bei der jüngsten Altersgruppe fällt diese Dominanz des Internet gegenüber anderen Nachrichtenquellen am deutlichsten aus (72 % Internet; 15 % TV). Ausschließlich über das Internet informieren sich 23 Prozent der Bevölkerung, unter den Jüngsten sogar 45 Prozent.

Nachrichtenvermeidung wird relevanter

Das Konzept der Nachrichtenvermeidung wird vom Reuters Institute seit 2017 erhoben. Seither gab es einen klaren Zuwachs an Personen, die Nachrichten zumindest gelegentlich vermeiden. Traf dies 2017 noch auf nur knapp die Hälfte der Befragten zu, waren es 2023 bereits 65 und 2026 sogar 72 Prozent der Befragten. Der Anteil der Personen, die Nachrichten oft vermeiden, ist zwischen 2017 und 2026 von 5 auf 15 Prozent gestiegen.

Soziale Medien als Haupt-Anlaufstelle für Online-Nachrichten

Soziale Medien werden zum Konsum von Online-Nachrichten von 36 Prozent der Befragten mindestens einmal wöchentlich genutzt, während nur gut ein Fünftel auf Websites oder Apps von Nachrichtenmagazinen, Zeitungen oder TV- und Radioanbietern zurückgreift. Soziale Medien sind damit in allen Altersgruppen die meistgenutzte Nachrichtenquelle im Internet, wobei deutliche Altersunterschiede vorliegen: So nutzen unter den 18- bis 24- Jährigen deutlich mehr Befragte soziale Medien als Nachrichtenquelle (60 %) als die über 55-Jährigen (25 %). Zudem ist bei der wöchentlichen Nutzung sozialer Medien als Nachrichtenquelle unter den 18- bis 24-Jährigen im Vergleich zu den Vorjahren ein Anstieg zu verzeichnen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den wichtigsten Nachrichtenquellen innerhalb des Internets ab: Die sozialen Medien stellen in allen Altersgruppen die wichtigste Nachrichtenquelle dar. 18 Prozent der Befragten, die in der vergangenen Woche soziale Medien für den Nachrichtenkonsum genutzt hatten, nannten diese als ihre Hauptnachrichtenquelle. Unter den 18- bis 24-Jährigen liegt dieser Anteil bei 44 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (2025: 34 %) gab es hier einen Anstieg von 10-Prozentpunkten, 2013 lag der Anteil sogar bei nur 2 Prozent. Bei den über 55-Jährigen stieg der Anteil in diesem Zeitraum von 1 Prozent (2031) auf 8 Prozent (2026).

Generative KI für Nachrichtenkonsum weitgehend irrelevant

Chatbots auf Basis generativer KI werden von nur 5 Prozent der Internetnutzenden regelmäßig für Nachrichten genutzt und stellen damit höchstens eine Ergänzung zu anderen Nachrichtenquellen dar. 48 Prozent dieser Nutzer:innen verwenden KI-Chatbots, um eine Nachfrage zu einem Nachrichtenthema zu stellen, 28 Prozent, um ein Nachrichtenthema leichter verständlich zu machen und 27 Prozent um es zusammenzufassen, zu bewerten (25 %) oder sich einen Überblick über die neuesten Nachrichten zu verschaffen (24 %). Der am häufigsten genannte Grund für die nachrichtenbezogene Chatbot-Nutzung ist, dass Nachfragen gestellt werden können (50 %).

WhatsApp, YouTube, Instagram: Die Top-3 der beliebtesten Plattformen

Die beliebteste Plattform unter erwachsenen Onlinern in Deutschland ist WhatsApp: 83 Prozent der Befragten gaben an, die Plattform in der vergangenen Woche genutzt zu haben, gefolgt von YouTube (60 %) und Instagram (46 %). Facebook (44 %) wurde damit durch Instagram aus den Top-3 der beliebtesten Plattformen verdrängt. Nachrichten auf den jeweiligen Plattformen konsumierten 23 (WhatsApp), 22 (YouTube) bzw. 17 Prozent (Instagram), wobei Instagram unter 18- bis 24-Jährigen klar dominiert (allgemeine Nutzung: 85 %; nachrichtenbezogene Nutzung: 52 %).

In diesem Kontext muss erwähnt werden, dass es bei der Abfrage der sozialen Mediennutzung in der vergangenen Woche in der 2026er Welle zu einem technischen Problem kam, sodass der Fragenkomplex mit einer anderen, kleineren Stichprobe (n=1.044) wiederholt werden musste. Die Ergebnisse scheinen den Autor:innen der Studie zufolge im Zeitverlauf plausibel zu sein.

Rückgang im Interesse an Nachrichten

Gut die Hälfte der Befragten (51 %) ist „äußerst“ oder „sehr“ an Nachrichten interessiert, unter den Jüngsten sind es 39 und unter den Ältesten 57 Prozent. Insgesamt ist der Trend rückläufig: So gaben 2013 noch 80 Prozent der Befragten an, äußerst oder sehr an Nachrichten interessiert zu sein, 2020 waren es 71 Prozent. Der Rückgang im Interesse zeigt sich dabei unter den Ältesten mit einem Minus von 33-Prozentpunkten zwischen 2013 (90 %) und 2026 (57 %) am deutlichsten.

Demgegenüber sind die Online in Deutschland an Politik insgesamt weniger stark interessiert als an Nachrichten: Nur 43 Prozent interessieren sich „äußerst“ oder „sehr“für Politik. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen fallen dabei eher gering aus. Während 74 Prozent der jüngsten Altersgruppe zumindest „einigermaßen“ an Politik interessiert ist, sind dies bei den 35- bis 44-Jährigen 70 Prozent und bei den über 55-Jährigen 78 Prozent.

Nachrichtenvertrauen unter Jüngsten weiterhin am geringsten

Das Nachrichtenvertrauen unter deutschen Onlinern bleibt weitgehend stabil: Mit 46 Prozent vertraut ein Großteil der Befragten den Nachrichten. 25 Prozent vertrauen wenig oder gar nicht, 29 Prozent zeigten sich unentschlossen. Diese Vertrauenswerte unterscheiden sich allerdings stark zwischen den Altersgruppen: So vertrauen nur 37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen (mit einer leichten Erhöhung gegenüber dem Vorjahr), während es bei älteren Bevölkerungsteilen bis zu 48 Prozent sind.

Das Vertrauen der Befragten in Nachrichten, die sie selbst nutzen, fällt erwartbarerweise deutlich höher aus als das Vertrauen in Nachrichten im Allgemeinen: 58 Prozent der Befragten gaben an, einem Großteil der von ihnen genutzten Nachrichten meist vertrauen zu können, 25 Prozent waren unentschieden und 17 Prozent vertrauten (eher) nicht. Damit ist das Vertrauen in selbstgenutzte Medien etwas höher als in den letzten Jahren, jedoch niedriger als noch 2021 (62 %). Jüngere haben tendenziell an Vertrauen gewonnen und Ältere an Vertrauen eingebüßt.

Beim Vertrauen in Nachrichten, die Befragte über verschiedene Zugangswege erreichen, zeigen sich weiterhin klare Unterschiede: Nachrichten in Suchmaschinen kann man laut 24 Prozent der erwachsenen Onliner meist vertrauen (47 Prozent sind unentschieden), während man Nachrichten in den sozialen Medien und von KI-Chatbots lediglich laut 13 Prozent der Befragten meist vertrauen kann. Insgesamt am stärksten vertrauen die 25- bis 34- Jährigen in die drei genannten Zugangswege.

Die schweigende Masse

Insgesamt zeigt der Digital News Report für Deutschland: Nur ein kleiner Teil der Internetnutzenden greift im Netz auf Nachrichteninhalte zu. Kommentare in sozialen Medien werden von einem Viertel regelmäßig gelesen, am häufigsten noch von der jüngsten Altersgruppe (34 %). Aktiv durch Liken, Teilen oder Kommentieren von Nachrichteninhalten partizipieren vor allem Jüngere und Menschen, die sich an den Rändern des politischen Links-Rechts-Spektrums verorten, insbesondere am linken Rand. Insgesamt bewerten bzw. liken aber nur 15 Prozent der Befragten regelmäßig Artikel in den sozialen Medien und jeweils 9 Prozent teilen oder kommentieren sie. Unter den Jüngsten fällt auf, dass sie Artikel auf Nachrichtenseiten häufiger (8 %), in den sozialen Medien allerdings seltener (7 %) kommentieren als die Gesamtbevölkerung (5 %; 9 %), während sie Kommentare in den sozialen Medien deutlich häufiger (34 %) und auf Nachrichtenseiten etwas seltener (18 %) lesen als die Gesamtbevölkerung (Kommentare lesen, SM: 25 %; Nachrichten-Websites: 19 %).

Die deutsche Teilstudie finden Sie hier:

Hölig, S., Behre, J., Stöwing, E., & Möller, J. (2026). Reuters Institute Digital News Report 2026 – Ergebnisse für Deutschland (=Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 83). Verlag Hans-Bredow-Institut. https://doi.org/10.21241/ssoar.110516

Den länderübergreifenden Report finden Sie hier:

Egan, J., Robertson, C. T., Ross Arguedas, A., Newman, N., Kleis Nielsen, R., Mukherjee, M., Fletcher, R. (2026). Reuters Institute Digital News Report 2026. Reuters Institute for the Study of Journalism. https://doi.org/10.60625/risj-4vgf-s811

Literature Digest 1/2026

Die aktuelle Ausgabe des Literature Digest des Weizenbaum Panels gibt eine Übersicht über die wichtigste wissenschaftliche Literatur in den Bereichen guter Bürgerschaft und politischer Partizipation aus dem 1. Quartal 2026. Aus den Publikationen der Monate Januar bis März 2026 geht hervor, wie unterschiedlich die Erfahrungen mit digitaler Beteiligung ausfallen können und welche Rolle die allgemeine Informationslandschaft für das Vertrauen spielt. Zugleich wird deutlich, dass digitale Gewalt eine starke geschlechtsspezifische Dimension aufweist. Im Anschluss werden einige der zentralen Ergebnisse der Studien vorgestellt.

Der vollständige Literature Digest 1/2026 (Januar–März) ist online verfügbar unter: https://www.weizenbaum-library.de/handle/id/419

Strategien im Umgang mit Hassrede im Netz

Die Reaktion auf Hassrede ist kein einheitlicher Prozess, sondern hängt maßgeblich von der jeweiligen Betroffenheit ab. Wer Hassrede nur beobachtet, beteiligt sich häufiger an Diskussionen und signalisiert Unterstützung. Direkt Betroffene ziehen sich hingegen tendenziell von Debatten zurück, insbesondere bei hoher Intensität der Angriffe (Jing et al., 2026). Außerdem zeigt sich, dass Nutzer:innen offensive Inhalte häufiger melden als kommentieren. Dabei erhöht sowohl die Bekanntschaft mit den Urheber:innen als auch die eigene Rolle als öffentliche Person die Bereitschaft zum Handeln (Schmid-Petri & Doseva, 2026).

Geschlechtsspezifische Dimension digitaler Gewalt

Digitale Angriffe treffen Menschen nicht gleichermaßen, obwohl die Häufigkeit von Bedrohungen zwischen den Geschlechtern ähnlich hoch ist (Van Bavel et al., 2026). Frauen erleben jedoch signifikant häufiger sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewaltformen als Männer. Es wird daher gefordert, gezielte digitale Angriffe auf Frauen explizit als direkte Form von Gewalt einzustufen, da sie reale psychische Folgen haben und mit physischer Gewalt verbunden sind (Tornay-Márquez et al., 2026).

Wahrnehmung der Medienlandschaft

Es ist nicht allein die Konfrontation mit einzelnen Falschinformationen, die die Bevölkerung beeinflusst – auch wenn Desinformationen täglich in unterschiedlichsten Formaten und Themenbereichen begegnen (Hourigan et al., 2026). Für die Haltung gegenüber dem Mediensystem ist die allgemeine Wahrnehmung der Informationslandschaft entscheidender: Wenn die Verbreitung von Desinformationen als „weit verbreitet” wahrgenommen wird oder die Stimmung als feindselig empfunden wird, wirkt dies stärker als die bloße Exposition gegenüber einzelnen falschen Nachrichten (Jones-Jang et al., 2026).

Weizenbaum Report 2026 veröffentlicht

Heute wurde der Weizenbaum Report 2026 veröffentlicht. Mit der siebten Welle der bevölkerungsrepräsentativen Befragung des Weizenbaum Panels beleuchtet der Report erstmals die Wahrnehmung von Gewalt gegen Politiker:innen und die damit verbundene Bedrohung der Demokratie. Zugleich dokumentiert er Entwicklungen in der politischen Mediennutzung, der Haltung gegenüber Sozialen Medien und Künstlicher Intelligenz sowie Trends in der digitalen und traditionellen Bürgerbeteiligung.

Unter dem folgenden Link kann der Report heruntergeladen werden: https://www.weizenbaum-library.de/handle/id/1172.

Ein zentrales Ergebnis des Weizenbaum Report 2026 ist die Zunahme der Konfrontation mit Falschnachrichten: 47 Prozent der Bevölkerung gaben an, im Jahr 2025 mindestens einmal mit einer Falschnachricht konfrontiert worden zu sein. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei jüngeren Bevölkerungsgruppen: Knapp 90 Prozent der Unter-30-Jährigen berichteten von solchen Erfahrungen. Hinsichtlich des Schwerpunktthemas der diesjährigen Befragung empfanden 81 Prozent der Befragten Gewalt gegen Politiker:innen als sehr oder eher verbreitet. 69 Prozent sehen darin eine Bedrohung für die Demokratie, wobei diese Wahrnehmung mit einer erhöhten Bereitschaft zur politischen Beteiligung korreliert. Die genaue Wirkungsrichtung dieses Zusammenhangs bedarf allerdings weiterer empirischer Untersuchung. So könnte das erhöhte Problembewusstsein zur politischen Mitwirkung motivieren, umgekehrt könnte eine aktive politische Beteiligung allerdings auch sensibel für gewalttätige Vorfälle gegen Politiker:innen machen.

Die Ergebnisse des Reports fanden breite Aufmerksamkeit in der deutschen Medienlandschaft. So berichteten etwa sas ARD-Morgenmagazin, Die Zeit und Der Spiegel über die Studienergebnisse zur Wahrnehmung von Gewalt gegen Politiker:innen, während die Rheinische Post über die Einstellungen der Bürger:innen zu Künstlicher Intelligenz berichtete. Die taz sowie Netzpolitik.org berichteten umfangreich über den Report, unter anderem mit Kommentaren des Panel-Teams. Die vielfältige Medienresonanz unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz der Ergebnisse und die Bedeutung des Reports als zentraler Impulsgeber für die Diskussionen über Demokratie und digitale Transformation.

Anlässlich der Veröffentlichung des Weizenbaum Reports fand am 21. April 2026 eine Podiumsdiskussion am Weizenbaum-Institut statt. Prof. Dr. Christoph Neuberger, Geschäftsführender Direktor des WI, begrüßte die Gäste und hob die Relevanz des Reports für die gesellschaftliche Debatte hervor. Anschließend stellte Katharina Heger, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Panels, zentrale Befunde aus dem Report vor. Danach diskutierte Prof. Dr. Martin Emmer, Principal Investigator am Weizenbaum-Institut, mit Expert:innen aus Forschung und Praxis über die Herausforderungen und Chancen der digitalen Demokratie. Maja Wallstein (Mitglied des Deutschen Bundestags, SPD) berichtete aus erster Hand von ihren Erfahrungen im Wahlkreis und der direkten Interaktion mit Bürger:innen. Sie sprach über die zunehmende Polarisierung von Debatten und persönliche Konsequenzen, die sie als Politikerin erlebt hat – darunter sogar direkte Drohungen. Ulli Grießhammer, Stellvertretender Teamleiter und Berater bei HateAid, erzählte aus seiner täglichen Arbeit mit Betroffenen von Hasskommentaren und digitaler Gewalt im Internet. Er betonte die Bedeutung einer strukturierten und empathischen Reaktion auf Hass, um Betroffene nicht weiter zu isolieren. Anna Hahnemann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) trug ihre Expertise zur Diskussion bei und erläuterte die kriminologischen Hintergründe von Gewalt gegen Politiker:innen.