Survey Monitor: ARD/ZDF-Medienstudie 2026

Seit 2024 erfassen ARD und ZDF als größte deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in der ARD/ZDF-Medienstudie die Entwicklung der Mediennutzung in Deutschland. Bei dieser Studie handelt es sich um eine Zusammenführung früherer Erhebungsreihen wie der Langzeitstudie Massenkommunikation (seit 1964), der ARD/ZDF-Onlinestudie (seit 1997) und den Trends Massenkommunikation (seit 2017). Die Grundgesamtheit der neuen Medienstudie bildet die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland. Zwischen Ende Januar und Mitte April 2026 wurden insgesamt 2.462 Individuen durch die GIM Wiesbaden befragt, davon etwa 70 Prozent per Telefon und 30 Prozent online. Zur Aufbereitung der Daten erfolgte eine Gewichtung nach den Strukturvorgaben der ma Audio.

Mediennutzung

Im Vergleich zum Vorjahr gab es kaum Veränderungen in Bezug auf die Mediennutzung. So nutzte die deutschsprachige Bevölkerung im Privaten durchschnittlich knapp 6,5 Stunden Medien pro Tag. Im Folgenden wird genauer auf die Nutzung unterschiedlicher Medien eingegangen, aufgeteilt in die Oberkategorien Video, Audio und Text. „Regelmäßige“ Nutzung bedeutet hierbei, dass ein Medium mindestens wöchentlich genutzt wird, „gelegentliche“ Nutzung steht für eine mindestens monatliche Nutzung.

Video

Das lineare Fernsehen bleibt die beliebteste Variante des Bewegtbildkonsums, wobei die Reichweite im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen ist. Schauten 2025 noch 74 Prozent der Bevölkerung , sind es 2026 nur noch 71 Prozent. Im Vergleich dazu nutzten 46 Prozent der Befragten 2026 mindestens wöchentlich Streamingdienste, 44 Prozent schauten regelmäßig Videos auf YouTube und 43 Prozent Videos und Stories in den sozialen Medien. Rund 40 Prozent schauten regelmäßig Fernsehsendungen und Videos in Mediatheken, knapp ein Viertel (24 %) sah sich regelmäßig Sendungen oder Videos von TV-Sendern auf YouTube an, während lediglich 15 Prozent mindestens einmal wöchentlich aufgenommene Fernsehsendungen schauten.

Zwischen den Altersgruppen zeigen sich dabei teils große Differenzen: So sahen von den unter 30-Jährigen nur 44 Prozent regelmäßig das laufende Fernsehprogramm, während es bei den über 70-Jährigen 95 Prozent waren. Konträr dazu wurden von der jüngsten Kohorte Videos auf YouTube (77 %), bei Streamingdiensten (72 %) oder in den sozialen Medien (80 %) wöchentlich am häufigsten, während die Ältesten dies jeweils nur zwischen 7 und 10 Prozent regelmäßig taten. Die mittleren Altersgruppen lagen in der Regel dazwischen.

Insgesamt zeigt sich in den jüngeren Alterskohorten eine sehr viel diversifiziertere Nutzung unterschiedlicher Bewegtbildangebote am Tag. So entfielen bei den 14- bis 29-Jährigen durchschnittlich 29 Prozent der gesamten Videonutzungsdauer auf Videos und Livestreams bei Streamingdiensten, 24 Prozent auf Videos und Stories auf Social Media und 20 Prozent auf YouTube Videos, und nur 12 Prozent auf das lineare Programmfernsehen. Bei den 30- bis 49-Jährigen nahm das lineare TV bereits mit 33 Prozent den größten Anteil am täglichen Videokonsum ein, dicht gefolgt von Videos und Livestreams bei Streamingdiensten. Die 50- bis 69-Jährigen nutzten hingegen 70 Prozent, die über 70-Jährigen sogar 93 Prozent ihrer Videokonsumzeit für das lineare Fernsehprogramm.

Das beliebteste Streamingangebot der deutschsprachigen Bevölkerung ist die ARD-Mediathek, die 2026 von 56 Prozent der Bevölkerung genutzt wurde. Amazon Prime, ZDF-Streaming und Netflix liegen mit je 51 Prozent knapp dahinter, wobei die beiden Rundfunkmediatheken im Vergleich zu 2025 deutliche Verluste (ARD-Mediathek: – 5 Prozentpunkte; ZDF-Streamingportal: – 10 Prozentpunkte) zu verzeichnen hatten. Abgesehen von Joyn, das etwas mehr Zuschauer*innen erreichte als im Vorjahr, (2025: 20 %; 2026: 23 %) stagnierten alle Streaminganbieter oder mussten sogar Reichweiternverluste hinnehmen.

Audio

Das lineare Radio bleibt auch in 2026 noch die beliebteste Möglichkeit zum Konsum von Audioinhalten. So hörten rund drei Viertel (76 %) der Bevölkerung regelmäßig Radio, wobei es zu leichten Verlusten von 2 Prozentpunkten verglichen mit dem Vorjahr kam. Rang 2 unter den beliebtesten Audioangeboten, dem Hören von Musik über Streamingdienste, gingen 46 Prozent der Befragten mindestens wöchentlich nach. Podcasts und Radiosendungen auf Abruf im Internet folgen auf Platz drei mit rund 34 Prozent der Befragten.

Ähnlich wie beim Konsum von Videoinhalten zeigen sich auch bei den Audioinhalten teils große Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Unter den 14- bis 29-Jährigen lag das wöchentliche Musikstreaming mit 85 Prozent der Befragten klar vorn, während das Radio auf dem zweiten Platz mit 52 Prozent deutlich dahinter zurückblieb. Trotzdem stellt das Radio in allen älteren Kohorten die am häufigsten genutzte Möglichkeit zum Konsum von Audioinhalten dar. So hörten 74 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, 89 Prozent der 50- bis 69-Jährigen und 84 Prozent der über 70-Jährigen regelmäßig Radio.

Die jüngste Altersgruppe weist dabei erneut die größte Diversität bei der anteiligen Nutzungsdauer von Audioinhalten am Tag auf. So entfielen in dieser Altersgruppe durchschnittlich 39 Prozent der täglichen Nutzungszeit auf den Konsum von Musik über Streamingdienste, 34 Prozent auf das Radio, 11 Prozent auf Musik über YouTube und 9 Prozent auf das Hören von Podcasts. Bei der mittleren Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen werden hingegen 62 Prozent der täglichen Nutzungsdauer zum Radiohören und 15 Prozent für das Hören von Musik über Streamingdienste verwendet. Bei den 50- bis 69-Jährigen überwiegt der Nutzungsanteil des Radios an der Gesamtnutzungsdauer klar mit 86 Prozent, während bei den über 70-Jährigen mit 97 Prozent Radionutzung so gut wie gar keine Diversität vorhanden ist.

Trend von linearen Angeboten hin zu non-linearer Nutzung

Im Vergleich zwischen linearer und non-linearer Video- und Audionutzung zeigt sich im Trend seit 2019 eine Verschiebung von vorwiegend linearer Nutzung zu vermehrt non-linearen Angeboten, wobei diese Entwicklung bei Videoinhalten eindeutiger von statten geht (von Oehsen, 2026). So lag der Anteil linearer Videonutzung am Gesamtkonsum von Bewegtbildaufnahmen im Jahr 2019 noch bei 76 Prozent, 2026 hingegen nur noch bei 55 Prozent. Im selben Zeitraum sank der Anteil des linearen Audiokonsums an der gesamten Audionutzung von 80 auf 71 Prozent. Die Audiokurve ist jedoch stärkeren Schwankungen unterworfen: So gab es 2023 einen Peak mit 78 Prozent linearer Audionutzung nach vorherigem Rückgang und auch 2025 lag der Anteil linearer Audionutzung mit 68 Prozent unter dem von 2026.

Diese Verschiebung hin zu non-linearen Angeboten scheint sich somit nach von Oehsen (2026) zumindest im Videobereich langsam zu stabilisieren, wobei sie sich insbesondere auf jüngere Kohorten beziehe. Insgesamt geht der Autor davon aus, dass non-lineare Bewegtbildangebote die rückläufige Nutzung linearer Fernsehprogramme besser ausgleichen können, während nicht-lineare Audioangebote das Radio nicht so gut ersetzen können.

Text

Mediale Texte werden von rund 90 Prozent der Bevölkerung regelmäßig gelesen, wobei es kaum Veränderungen zum Vorjahr gibt. Gedruckte Zeitungen und Zeitschriften wurden 2026 vor allem von den älteren Kohorten konsumiert: Unter den 50- bis 69-Jährigen taten dies 62 Prozent mindestens wöchentlich, unter den Ältesten 77 Prozent. Die unter 50-Jährigen lasen nur noch zu gut einem Viertel regelmäßig Zeitungen oder Zeitschriften. Demgegenüber konsumierten die unter 70-Jährigen zu mehr als drei Vierteln mindestens wöchentlich Artikel im Internet, gedruckte Bücher wurden von allen Altersgruppen ähnlich häufig (40 bis 47 %) gelesen, während E-books unter Jüngeren etwas beliebter waren (unter 30-Jährige: 19 %, über 70-Jährige: 8 %).

Internetnutzung

97 Prozent der Befragten nutzte 2026 das Internet, 82 Prozent sogar täglich. Unter den unter 50-Jährigen waren alle Befragten zumindest selten online, lediglich in der Altersgruppe ab 70 Jahren lebte ein nennenswerter Anteil von 15 Prozent komplett offline. Zudem nutzte in der ältesten Kohorte weniger als die Hälfte der Befragten (47 %) das Internet täglich, bei den 50- bis 69-Jährigen waren es hingegen 81 Prozent. Alle jüngeren Kohorten nutzten das Internet zu über 90 Prozent täglich, unter den Jüngsten (14- bis 29-Jähigen) sind es 100 Prozent.

Konsolidierung am Plattformmarkt

Instagram bleibt die beliebteste Social-Media-Plattform der Deutschen. Wie bereits im Vorjahr nutzten 2026 rund 40 Prozent der Befragten die App mindestens wöchentlich. Dabei ist die Wochenreichweite von Instagram zum ersten Mal seit Ersterhebung im Jahr 2020 nicht gestiegen. Die beiden nächstplatzierten Plattformen Facebook und TikTok verzeichneten im Vergleich zu 2025 leichte Verluste, so nutzten nur noch 28 Prozent (- 3 % Pkt.) der Befragten Facebook mindestens wöchentlich, bei TikTok waren es 18 Prozent (- 2 % Pkt.). Rhody (2026) erklärt dies mit einer Konsolidierung des Wettbewerb unterschiedlicher Plattformbetreiber „um die begrenzte Ressource Aufmerksamkeit“.

Insgesamt zeigt sich, dass vor allem Jüngere soziale Medien nutzten. Unter den unter 30-Jährigen taten dies 72 Prozent der Befragten täglich und 91 Prozent mindestens wöchentlich, während unter den 30- bis 49-Jährigen 48 Prozent soziale Medien täglich und 74 Prozent wöchentlich nutzten. Unter den 50- bis 69-Jährigen lag der Anteil der regelmäßigen Nutzer*innen bei knapp über der Hälfte (53 %), während unter den über 70-Jährigen 22 Prozent soziale Medien wöchentlich nutzten, darunter 11 Prozent täglich. Im Durchschnitt verwendeten die Befragten inklusive derjenigen, die kein Social Media haben, 4,8 Plattformen pro Woche. In der jüngsten Alterskohorte waren es sogar rund 8 Plattformen.

Interessant ist darüber hinaus ein weiterer Kennwert der Social-Media-Nutzung: die sogenannte „Poweruser-Ratio“. Sie gibt an, wie hoch der Anteil der täglich Nutzenden unter den gelegentlichen Nutzer*innen ist, also wie stark habitualisiert die Nutzung einer Plattform ist. Instagram (62 %), Snapchat (55 %), Facebook (53 %) und TikTok (52 %) weisen unter den Social-Media-Plattformen eine besonders hohe Poweruser-Ratio auf. Bemerkenswert ist dabei, dass Facebook und TikTok trotz Verlusten in der Gesamtnutzer*innenzahl im Vergleich zum Vorjahr eine um 6 bzw. 8 Prozentpunkte höhere Poweruser-Ratio aufweisen haben. Auch Instagram, das über die höchste Poweruser-Ratio verfügt, hat nochmal 3 Prozentpunkte zugelegt. Demgegenüber verzeichnen X und BeReal im Vergleich zu 2025 deutliche Verluste von jeweils 10 bzw. 17 Prozentpunkten.

Generative KI-Tools kommen in der Breite der Bevölkerung an

KI-Tools wie ChatGPT werden inzwischen von 59 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung im privaten Bereich mindestens gelegentlich genutzt. 37 Prozent griffen sogar regelmäßig darauf zurück. In 2025 lag der Anteil der regelmäßigen privaten Nutzer*innen noch rund 15-Prozentpunkte niedriger bei 22 Prozent, während sich der Anteil der täglichen Nutzer*innen seitdem sogar auf 13 Prozent verdoppelt hat.

Es zeigt sich zudem ein starkes Altersgefälle. So nutzten 2026 über zwei Dritten (68 %) der 14- bis 29-Jährigen regelmäßig KI-Tools, bei den 30- bis 49-Jährigen lag der Anteil bei etwas unter der Hälfte (48 %) und unter den 50- bis 69-Jährigen bei knapp einem Viertel (24 %). Unter den über 70-Jährigen belief sich der Anteil der mindestens wöchentlich Nutzenden auf lediglich 8 Prozent. Auch nach Geschlecht zeigten sich leichte Unterschiede: So nutzten 57 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer generative KI. Unterschiede gab es hier vor allem bei den täglich Nutzenden (Frauen: 10 %, Männer: 16 %).

Vertrauen in durch KI bereitgestellte Informationen

Ein Großteil der Bevölkerung schenkt Informationen, die von KI-Tools erstellt oder zusammengefasst wurden, jedoch eher wenig Vertrauen. So gaben 38 Prozent der Befragten an, dass sie diese Informationen für „wenig vertrauenswürdig“ halten, 16 Prozent sogar für „nicht vertrauenswürdig“. Auf der anderen Seite fanden 33 Prozent die Informationen „eher vertrauenswürdig“, während lediglich 3 Prozent der Befragten KI-generierte Inhalte für „sehr vertrauenswürdig“ befanden.

Dennoch zeigt sich auch im Vertrauen ein starkes Altersgefälle. So ist die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen die einzige, in der ein Großteil KI-generierten Informationen eher (50 %) bzw. sehr (5 %) vertraute. Aber auch unter den Jüngsten hatten 42 Prozent (eher) kein Vertrauen. Unter den 50- bis 69-Jährigen und den über 70-Jährigen fanden sich hingegen die meisten Skeptiker*innen: Jeweils 61 Prozent vertrauten (eher) nicht. Auf der anderen Seite war die Gruppe der Vertrauenden unter den Ältesten besonders gering, hier gaben lediglich 12 Prozent an, eher Vertrauen zu haben und 1 Prozent vertrauten sehr. Damit ist unter den über 70-Jährigen auch die Gruppe derjenigen, die sich kein Urteil erlauben wollte, mit gut einem Viertel der Befragten (26 %) am größten.

Klammert man diejenigen aus, die KI privat gar nicht nutzten, zeigt sich ein leicht verändertes Bild: Demnach vertrauen nun 58 Prozent den durch KI bereitgestellten Informationen. Bei den unter 70-Jährigen sind es jeweils um die 60 Prozent, die ein grundsätzliches Vertrauen in KI haben, bei den über 70-Jährigen vertrauten hingegen nur 44 Prozent „eher“ oder „sehr“, was die Ältesten auch unter den Nutzer*innen zur skeptischsten Gruppe macht. Laut Kupferschmitt (2026) zeigen diese Zahlen, dass zwischen Vertrauen und Nutzungshäufigkeit ein positiver Zusammenhang besteht, wobei dennoch festgehalten werden muss, dass auch viele Nutzer*innen den durch KI bereitgestellten Informationen Skepsis gegenüber bringen. Insgesamt wiesen Frauen um 3 bis 4 Prozentpunkte niedrigere Vertrauenswerte auf als Männer.

Künstliche Intelligenz und Transparenz

In Sachen Transparenz stimmten 43 Prozent der Nutzer*innen der Aussage „eher“ oder „voll und ganz“ zu, dass die Herkunft, der durch KI-Tools bereitgestellten Informationen auf den ersten Blick erkennbar sei, 57 Prozent stimmten „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ zu. Bei den unter 50-Jährigen stimmt dabei knapp die Hälfte der Aussage zu, unter den 50- bis 69-Jährigen sind es noch 35 Prozent und unter den über 70-Jährigen nur noch 24 Prozent. Spannend ist hier auch die Differenz zwischen Männern und Frauen: So stimmten unter den Männern knapp die Hälfte (48 %) der Befragten der Aussage zu, bei den Frauen waren es 37 Prozent.

Gleichzeitig hielten 81 Prozent der Befragten Quellenangaben zu den durch KI zusammengefassten Informationen für „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“. Am wichtigsten waren diese für die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen, hier gaben 85 Prozent der zumindest gelegentlichen Nutzer*innen an, Quellenangaben wichtig oder sogar sehr wichtig zu finden. Wenigster wichtig sind Quellenangaben den Ältesten, hier befanden sie nur 75 Prozent der Befragten für wichtig. Spannend ist, dass trotz der hohen Relevanz, die Quellenangaben zugesprochen wird, nur 38 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben „in den meisten Fällen“ oder sogar „jedes Mal“ auf die Originalquelle klickten, wenn sie KI-Anwendungen nutzten. Am häufigsten taten dies interessanterweise die Jüngsten. So gaben 44 Prozent an, dies mindestens in den meisten Fällen zu tun – trotz allgemein größerem Vertrauen in durch KI bereitgestellte Informationen. Bei den Ältesten klickten hingegen mit 23 Prozent im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen die wenigsten mindestens meistens auf die Originalquelle.

Kupferschmitt (2026) sieht für die Differenz zwischen Recherche und Skepsis bei den jeweils Ältesten und Jüngsten mehrere Gründe: So könnten die Jüngsten etwa über bessere Recherche-Skills verfügen und größeres Vertrauen in diese haben als die Älteren. Eine andere Erklärung wäre, dass KI-Tools aus unterschiedlichem Interesse genutzt werden, weshalb Jüngere häufiger nachrecherchierten. Aufschluss über die zweite Theorie bietet die Abfrage, ob sich die Nutzung von journalistischen Online-Nachrichtenangeboten der mindestens gelegentlichen Nutzer*innen von KI-Tools seit dem Beginn ihrer Nutzung verändert hat. Ein Großteil der Befragten (64 %) gab an, Nachrichtenangebote wie bisher zu nutzen, 6 Prozent sagten sogar, dass sie Nachrichten nun häufiger konsumieren würden. Unter den 14- bis 29-Jährigen findet sich mit 24 Prozent allerdings der größte Anteil derjenigen, der journalistische Online-Nachrichten seitdem seltener nutzt. Demnach sei es gut möglich, dass Jüngere aufgrund der Tatsache, dass sie vermehrt journalistische Nachrichten durch KI-Tools ersetzen, auch ein höheres Bedürfnis haben, die Quellen der KI-generierten Outputs zu prüfen (Kupferschmitt, 2026). Der Autor fragt abschließend, welche Implikationen dies für das Informationsverhalten in der Zukunft haben könnte.

Informationen rund um die Studie und die zitierten Artikel finden Sie hier:

ARD/ZDF-Forschungskommission. (2026). ARD/ZDF-Medienstudie 2026. https://www.ard-zdf-medienstudie.de

Kupferschmitt, T. (2026). Nutzung und Wahrnehmung von KI-Tools: Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026. Media Perspektiven. https://www.media-perspektiven.de/publikationsarchiv/2026/detailseite-ard-zdf-medienstudie-2026/nutzung-und-wahrnehmung-von-ki-tools

Rhody, A. (2026). ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Video, Audio und Social Media. Status quo der Plattformnutzungen. Media Perspektiven. https://www.media-perspektiven.de/publikationsarchiv/2026/detailseite-ard-zdf-medienstudie-2026/ard-zdf-medienstudie-2026-video-audio-und-social-media

Von Oehsen, D. (2026). Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort: Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026. Media Perspektiven. https://www.media-perspektiven.de/publikationsarchiv/2026/detailseite-ard-zdf-medienstudie-2026/lineare-medien-bleiben-relevant-die-verschiebung-zur-non-linearen-mediennutzung-setzt-sich-fort